Bormann or not Bormann

  • Ihr Lieben, habe endlich den Zugang hier gefunden. Ich war vorher als "troll" dabei.


    Ich habe viele Jahre mitverfolgt, herum experimentiert, kann aber erst in die nächste Zeiten "mit Hand und Fuss" mich an die Sache begeben. Für mich Hand und Fuss meint nach Bormann zu arbeiten, angefangen mit der Intonationslade.


    Ich bin, als Organist, eher fasziniert vom Hausorgel (II/P und speziell wenn es transportabel ist), erkenne aber, dass der von Bormann geschildertes Weg macht Sinn und werde es verfolgen, modifiziert je nach dem wie es hier argumentiert wird.


    Ich habe leider kein Zugang zu den Boersma Bücher, frage mich aber: ist Bormann so überholt oder kann man es mit einige Ergänzungen noch "trauen"?


    Ergänzungen habe ich mir mit der Zeit gemerkt


    1 mensurieren nach Bormann ist ok, so weit im Raum experimentierend korrigiert wird


    2 Winddurchlass (Kernspalt) am Labium kann grösser werden. C vom Gedackt 8' kann gerne bis 0,8 oder gar 1 mm dick werden. Flexibel in der Intonation definieren. Dafür im Windverbrauchplanung berücksichtigen.


    3 Spalt besser bei der Intonation stechen als Kartoneinlagen verwenden.


    4 Windführung im Unterlabiumbereich am liebsten mit 2 Kammern. (Beitrag damals von Ing. Richter). Klingt ruhiger und die Positionnierung vom UL ist sehr tolerant.


    5 Fussöffnungen lieber auf diam 3 vorbohren dann bei der Intonation mit konische Bohrer auf Diameter endgültig bringen


    6 Stimmvorrichtungen von offene Register kann man je nach Register differenzieren.


    7 Disposition: Register über 2' sind zu piepsig für das Haus. Klingt auch so in Hausorgelvideos in youtube. Aber falls die Orgel mobil und in Konzerte in Sälen / Kirchen benutzt werden, können die sich dort entfalten. Dann, kann man Registern über den 2' so intonieren, so dass die würdiger im Haus klingen?


    8 Gedeckte (noch schlimmer Quintaden wenn die neobarock klingen) sind nicht notwendigerweise das A und O als Äquallage. Heiller empfiehlt die Gemshorn, es scheint mir ein leuchtende Idee zu sein.


    9 Intonierlade : scheint eher eine strafe, dieses bauen zu müssen. Aber ich denke es geht über den pädagogischer Sinn, denn man kann es für folgendes benutzen:

    - erstmal auf 7 Noten und 6 Register ergänzen, mit feste Prinzipal als Stimmregister

    - partition machen lernen (zumindest das gehör trainieren)

    - Windverbrauchmesssystem. Denn über 0,5 mm Kernspalt gibt Bormann kein Windverbrauch.

    - über konische Pfeifen experimentieren. Speziell Übergänge gedeckt-konisch-offen scheint noch kein Systematik zu geben

    - beim planen von weiteren instrumenten, Mensurierungen schon mal experimentell zur Gehör zu bringen und ggf korrigieren (siehe Bruders Anleitung). Dann Registermischungen auch vorweg experimentieren (zB ob geplantes 8-4-2 in einem Manual sich von ﹰMensuren her so optimal ergänzt mit 8-4-II usw)

    - und auch noch ganz leicht in der geplannter Raumakustik, und ggf schon mal an akustische Korrekturen denken.


    10 "Portativ" eigentlich was Bormann beschreibt ist ein Positiv. Modifiziert (abbaubar) kann man daraus ein Demonstrationsobjekt machen (

    )


    11 Sonst kann man auch ein mittelalterliches Portativ machen. 2 Oktav aus. Die videos von Martin Erhard zeigen wie unglaublich plastisch man damit singen und seufzen kann. (

    )


    12 eine Zwischenstufe kann hier eingeschaltet werden: ein gothisches Blockwerk. Norlanda oder genter Altar. Vom letzten gibt es eine Vorstudie von Oberlinger in einer alter ISO-Ausgabe (Bildanalysis).


    13 Positiv. Schon da könnte man auf II-manualigkeit springen. II Gedackt (Gemshorn!) 8 ; den rest (4-2-Terz-Zimbel) auf I ; II immer an I gekoppelt ; 5-1/3 im Pedal nur C-H dann der II als Transmission in Pedal (als 8 und als 16 im 2. Oktav). Habe mal einige Jahre auf eine Orgel amtiert mit solche disposition (allerdings mit ausgebaute 16'). Mühleisen, Rockenau bei Eberbach. Man kann solche Instrument noch gut transportierbar machen, und damit orgeln wo es noch kein Orgel gibt (bei Freunden, Kapellchen...). Mein Entwurf wird kaum grösser sein.


    Bis dahin hätte ich (hätte man) eine interessante Zusammenstellung von transportierbare Instrumenten zwecks Kommunikationsarbeit (Schulen, Altenheime, Familienfeste...), die alle in einem grösserem PKW gepackt werden können: Intonierlade (Erklärungen über Akustik, wie eine orgel funtionniert usw), Portativ (ganz anderes Musizierprinzip als Grossorgel), Schulobjekt Postativ, Mini-Orgel mit II-P, vielleicht auch Blockwerk...


    14 bei Hausorgeln auf grösste Klangvielfat achten. ZB s. Artikel von François Comment über Jacques Handschin und die Orgel in Oberdorf bei Basel (eine ältere Ars Organi). Auch

    https://orgelbuch.wordpress.com/eine-ideale-hausorgel/ oder weitere ungewöhnliche Dispositionen können gute Anregungen geben. Fontainebleau Schlossorgel zB. Martin Kares Buch über Kleinorgeln.


    15 ich kann nicht aufhören über "seitenprospektigkeit" (Mahler, Wild) zu denken. Vorteile: 1 indirekte Klangausstrahlung ist angenehmer 2 chromatische Ladenteilung steht nichts im Wege, Basspfeifen können alle auf C-seite gestellt werden (so lange die chromatisch ein bisschen getrennt werden).


    So das wars mit meine Gedanken zum Thema Bormann+ Es würde mich weiterhelfen, wenn da ausgetauscht wird und mich ggf zeigt, warum wofür Boersma sollte ich vorerst studieren (oder nicht) bevor ich weitermache.


    Danke im Voraus!