Liebe Orgelbau-Freunde!
Endlich raffe ich mich auf, mich an der Diskussion zu beteiligen; in der aktuellen Ausgabe der Hausorgel-Zeitschrift habe ich einen Artikel verfaßt, der sich in einem kurzen Teil auch mit der Anfertigung der Tasten beschäftigt. Durch unterschiedliche Tastenbreiten gelingt es, das übliche Maß für eine Oktave von 165,2 mm einzuhalten bei gleich breiten Vorderkanten der "weißen" Tasten: 12,5 mm und 13,3 mm. Die Unterschiede sind gering, beim Spielen werden sie wohl überhaupt nicht zu bemerken sein. Ob das professionelle Orgel/Klavier-Bauer ebenso halten, weiß ich nicht; ich habe mich vor 45 Jahren bei meinem Opus 1 und 2 an unser altes Klavier gehalten und von dort die Maße abgenommen.
Bereits vor über 20 Jahren gab es hier im Forum Beiträge zu Klaviaturmaßen, letztes Jahr griff ich das Thema wieder auf:
Alles anzeigenLiebe Kollegen,
beiläufig bin ich auf diese schon über 20 Jahre zurückliegende Beitragsreihe gestoßen, da ich mich für das "Stichmaß" von Orgelklaviaturen interessiere. Aus dem Buch von Hans Klotz wird zitiert bezüglich eines Stichmaßes von 480 mm; ich nehme an, es handelt sich dabei um die Breite der Klaviatur, nicht um die Länge der Tasten. Das Maß bezeichnet üblicherweise die Breite von drei Oktaven.
Laukhuff nennt in seinem Katalog die "Piano-Teilung" für 1 Oktave zu 165,2 mm, ergibt als Stichmaß 495,6 mm - deutlich mehr als die Angabe von Klotz.
Noch breiter ist die "Alte Orgelteilung", 1 Oktave zu 166,0 mm, somit Stichmaß 498 mm. Sollte Klotz doch etwas anderes mit seinen 480 mm gemeint haben?
Bei "Wikipedia" lese ich von einer Norm DIN 8995, wonach das Stichmaß 49,56 cm betrage in Übereinstimmung mit Laukhuffs "Piano-Teilung". Bei "historischen Tasteninstrumenten" liegt das Maß bei 47,5 +/- 0,5 cm, damit sind wir wieder bei den eingangs genannten 48 mm. Bleibt noch die Frage, was in diesem Zusammenhang unter "historisch" zu verstehen sei.
Bei unserem Klavier, 130 Jahre alt, (historisch?), haben 3 Oktaven die Breite von 502 mm, bei dieser Breite komme ich mit den Fingern gut zwischen die schwarzen Tasten, ohne an diesen hängen zu bleiben. Hinzu kommt die Elfenbein-Auflage, es war mir als Schüler eine Freude, darauf zu spielen - der Unterschied zu den Plastik-Tasten des Schulflügels war deutlich.
Diese Klaviatur möchte ich für die geplante Orgel hernehmen, denn das Klavier hält nicht mehr die Stimmung.
Wie sind euere Erfahrungen mit den Klaviaturen, bemerkt Ihr Unterschiede beim Spielen? Und was heißt "Verbreiterung der Hintertasten bei Fis, Gis und B" ? Ist das die von mir angeführte Sache, daß man mit den Fingern mehr Platz hat zwischen den Obertasten?
Soeben habe ich die Sonntagsmesse auf einer Beckerath-Orgel aus dem Jahr 1968 gespielt und bei der Gelegenheit das Stichmaß ermittelt: 49,6 mm; mithin genau das Maß, das Laukhuff in seinem Katalog angegeben hatte: Oktavbreite 165,2 mm.
Frohes Planen und Schaffen wünsche ich Euch allen,
Wolfgang.
