Beiträge von Wolfgang-Spitz

    Guten Tag, Rahel!

    Das ist sehr bedauerlich, daß das kleine Instrument verkauft werden muß. Gibt es denn niemand in der Familie, der wenigstens einfache Melodien darauf spielen möchte? Gerade jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit eignet sich eine kleine Pfeifenorgel sehr gut zur Begleitung der uns seit Generatioinen liebgewordenen Lieder. Dann könnte ich mir vorstellen, daß der Vater zu Besuch kommt und mit Freude sein Instrument wieder vorfinden wird.


    Der Verkaufserlös, sofern überhaupt nennenswert, steht in keinem Verhältnis zu den verloren gehenden Erinnerungen und vor allem den Möglichkeiten, doch wieder mit dem Musizieren anzufangen; je länger damit wartet, spätpubertierende Protesthaltung aufzugeben, desto länger wird es dauern, wieder die Geläufigkeit zu erlangen - ich kann da aus Erfahrung mitreden...


    Alles Gute und überdenken Sie Ihr Verkaufsvorhaben, mit diesem Wunsch grüße ich Sie,

    Wolfgang.

    Bonjour Monsieur,

    willkommen auf unserem Forum! Das ist ein großes Instrument, Respekt, 11 Register auf 2 Manualen und Pedal. Mir fällt auf, daß der Winddruck sehr hoch ist für eine Hausorgel, 75 mmWS. Folgende Ideen sind mir eingefallen:


    1. Die Winddruck-Regelung ist sehr "scharf": Das Verhältnis Hub der Balgplatte zu Hub des Ventils ist 160 zu 80 mm, also 2:1. Vielleicht hilft es, die Regelung langsamer zu machen, den Hebel zur Balgplatte hin verlängern auf 240 mm, 3:1.


    2. Vielleicht ruckelt die Balgplatte unkontrolliert herum: Ein Scheren-Mechanismus sorgt dafür, daß die Platte immer parallel geführt auf und ab geht.


    3. Rollen-Ventil anstelle der quadratischen Ventilplatte: Auf die Ventilplatte trifft der volle Strahl von dem Gebläse her. Dadurch kann es zu Vibrationen kommen. Gleichzeitig ist die Platte über den Messingdraht starr mit der Balgplatte verbunden. Es fehlen die Schnüre eines Rollenvenils, die eine dämpfende Wirkung ausüben und Balgplatte und Ventil etwas entkoppeln. Vielleicht helfen Filzstücke unter der Hebelauflage.


    Überhaupt ist es vorteilhafter mit einem Rollen-Ventil zu arbeiten, weil man an dieses im Betrieb besser heran kommt. Mit verschiedenen Schlitzen als Auflage des abrollenden Stoffes muß man versuchen, ein optimales Regelverhalten einzustellen.


    Bonne chance!

    Hallo Jens,

    es freut mich zu lesen, daß Du gut voran kommst; Deine Kombinationen sind einfallsreich gemacht!


    Und doch drängt es mich geradezu Dich zu erinnern, den Tonumfang zu erweitern; was spricht denn dagegen, die Magnete hast Du ja bereits an den Manualventilen daran. Du wirst sehen: Hast Du erst einmal ein Vollpedal unter den Füßen, wirst Du es nicht mehr missen wollen.


    Meine Pedallade für Subbaß 16" ist jetzt endlich fertig - ganz mechanisch, die Magnetkraft hat für die tiefsten Pfeifen nun doch nicht verläßlich ausgereicht.


    Wolfgang,

    oft am Ende der Kräfte.

    Das ist die Lösung für mein neues Werk: Der aufklappbare Prospekt! Ein Glück, daß "Hausorgler" auf diesen Film gestoßen ist und daß ich beim Durchblättern durch das Forum diesen Beitrag hier zufällig gefunden habe. Ich vermeine mich zu erinnern, daß ich bereits von aufklappbaren Prospekten gelesen hatte, doch ließen mich die herumschwingenen Schläuche Abstand nehmen von solchen Lösungen.


    Eigentlich genial-einfach, man muß halt erst einmal darauf kommen: Die Windzuführungen zu den Pfeifenfüßen haarscharf durchtrennen beim Öffnen der Pfeifentüren!


    Wochenlang überlege ich jetzt schon hin und her: Wie komme ich an die kleinen Pfeifen heran zum Nachstimmen; meine Erfahrung lehrt mich, daß jene noch lange Zeit immer wieder nachgestimmt werden müssen, bis sie endlich ihren Ton halten. Seitlich hineingreifen? Bei chromatischer Aufstellung bräuchte ich endlos lange Arme, Aufteilung in c - cis -Lade bringt bei mir nichts, da ich nur von rechts an das Werk heran kann. Links wird das Instrument an der Wand stehen. Und dann, wie soll das Stimmen gehen, ich bräuchte jemand, der mir die Tasten drückt, oder Tastengewichte, alles irgendwie unpraktisch. Viel einfacher wird das gehen wie bei meinen beiden bisherigen Instrumenten, einfach von vorne, die eine Hand drückt die Tasten, die andere biegt an den Stimmblechen herum, ein äußerst beglückender Gedanke!


    Und das Stimmen der Prospektpfeifen? Ich könnte das Schnitzgitter abziehbar machen, um auf diese Weise an die Mündungen zu gelangen. Freilich hat der Josef recht mit seinen Befürchtungen, daß sich das wieder Schließen der Pfeifentüren und des Schnitzgitters auf die Stimmung niederschlägt; nun je, ich werde sehen, oder besser: hören, am besten von vornherein große Abstände einplanen.


    Liebe Grüße,

    Wolfgang,

    froh gestimmt.

    Hallo Florian,

    das wäre doch die Gelegenheit, auf eine "richtige" Orgel umzusteigen; vor allem sind es doch die Kinder, die häufig schon nach kurzer Zeit unter dem Klang der E-Orgel ermüden. Augenblicklich wird eine Pfeifenorgel für 2200 Euro angeboten:


    https://www.kleinanzeigen.de/s…gister/3217772559-74-3169


    Vor über 40 Jahren habe ich mir eine kleine E-Orgel gebaut, bin dann aber sofort auf Pfeifenorgel umgestiegen. Hier im Forum gibt es wertvolle Hinweise auf den Eigenbau und für Renovierungsmaßnahmen.


    Ansonsten kann ich nur dem Jens beipflichten; es ist wohl selbstredend, was es zu bedeuten hat, daß wir beide als Elektrotechniker ausgerechnet Pfeifenorgeln bauen...


    Klingende Grüße, Wolfgang.

    Hallo, dürfen wir Deinen Namen erfahren - ist doch schöner, sich hier im Forum mit Vornamen zu begrüßen!


    In der Tat ist eine "vernünftige Säge" sehr wichtig, damit das Handwerken Freude macht. Mit 16 Jahren hatte ich eine kleine Kreissäge zur Verfügung für meine ersten Holz-Bastelarbeiten. Diese Säge verwende ich auch heute noch, 50 Jahre später, denn für die Herstellung kleiner Holzteile ist die Säge sehr gut zu gebrauchen: Tischmaß etwa 400 x 400 mm, Sägblatt 145, in der Höhe stufenlos verstellbar, ideal für das Einsägen von Nuten.

    Wichtig ist der Längsanschlag, der genau parallel zu dem Sägeblatt eingestellt ist, und der Queranschlag, den ich nach langem Ausprobieren auf genau 90 Grad festgeschraubt hatte. Eine Einstell-Rändelschraube an dem Längsanschlag erlaubt das feine Einstellen der Schnittbreite auf Zehntel Millimeter Genauigkeit.


    Damit es kein Ausfransen auf der Unterseite gibt, muß man recht gefühlsam-langsam das Holz durchziehen. Das hängt von der Holzqualität ab; bei Hartholz gibt es keine Probleme, bei Weichholz meistens auch nicht, allenfalls kommt es bei schlecht verleimten Tischlerplatten vor, daß die Beschichtung an der Sägeunterseite einreißt.


    Tatsächlich ist es so, daß der Leim in das Holz eindringt, die Poren füllt und verfestigt. Auf diese Weise werden Leimverbindungen sehr fest. Für das Bearbeiten der Holzstücke würde ich jedoch diese nicht mit Leim einstreichen, damit man die Teile später noch gut mit Leim verbinden kann - ist der Leim bereits in die Poren eingedrungen, ist eine gleichmäßige Verbindung nicht mehr so fest möglich. Ähnlich ist das mit dem Einlassen mit Schnellschleifgrundierung; diese Soße verhärtet ebenfalls die Oberflächen, nach kurzer Trocknung kann man die Oberflächen sehr leicht sehr fein schleifen, sie werden damit sehr glatt. Allerdings mache ich das nur an den fertigen Holzstücken, die bereits zusammengeleimt sind.


    Nebenbei bemerkt: Ein Grund, Leim nicht auf Leder, Filz oder Stoff aufzutragen, denn der Leim dringt ein und macht die genannten Soffe hart. Diese Stoffe lieber verkleben; den Kleber dabei einseitig auf die harte Oberfläche, üblicherweise das Holz, auftragen, warten, bis die Klebfläche nicht mehr feucht ist, sondern klebrig-zäh, und dann den Stoff fest aufdrücken. Dadurch wird verhindert, daß der flüssige Klebstoff tiefer in das Material eindringt und dieses verfestigt. Aber das ist eine andere Sache.


    Mit einem guten, damit leider auch teurem Sägblatt, und exakt parallel eingestelltem Längsanschlag sollte normalerweise auch Weichholz nicht ausfransen; beim Bohren ist das etwas anderes, dort lege ich oftmals bei größeren Löchern ein Holzstück unter, um das Ausfransen zu vermeiden.


    Wer so sägt, der sägt wohl, mit diesem Wunsch grüße ich Euch alle,

    Wolfgang.

    Lieber Eckhoff,

    es ist schön, daß nun doch immer wieder früherer Beitragsschreiber in das Forum zurückfinden und ihre neuen Erfahrungen und Vorhaben vorstellen.


    Mir ist aufgefallen, daß Dein Notenpult recht schmal ausgefallen ist; vielleicht trügt die Perspektive, aber ich vermeine, gerade einmal die Breite desselben über zwei Oktaven reichen zu erkennen. Da links und rechts glücklicherweise ausreichend Platz ist, möchte ich den Vorschlag bringen, seitlich das Pult zu erweitern, um den üblicherweise im Querformat gedruckten Orgelnoten ausreichend Platz zu bieten, daß diese nicht ohrenförmig nach hinten herunter hängen müßten. Auch wage ich die mittlere senkrechte Sproße zu kritisieren, vielmehr müssen die Leisten waagerecht verlaufen, damit das Notenheft nicht nach hinten hindurchfallen kann.


    Vielen Dank für die Grüße zu den anstehenden Feiertagen; neben dem Reformationsfest habe ich an diesem Tag meinen eigenen Festtag, zum Glück blieb dieser von der Änderungswut der Heiligen-Kalenderreform bewahrt!


    Frohes Schaffen, frohes Spielen, liebe Grüße aus Erlangen.

    Liebe Kollegen,

    beiläufig bin ich auf diese schon über 20 Jahre zurückliegende Beitragsreihe gestoßen, da ich mich für das "Stichmaß" von Orgelklaviaturen interessiere. Aus dem Buch von Hans Klotz wird zitiert bezüglich eines Stichmaßes von 480 mm; ich nehme an, es handelt sich dabei um die Breite der Klaviatur, nicht um die Länge der Tasten. Das Maß bezeichnet üblicherweise die Breite von drei Oktaven.

    Laukhuff nennt in seinem Katalog die "Piano-Teilung" für 1 Oktave zu 165,2 mm, ergibt als Stichmaß 495,6 mm - deutlich mehr als die Angabe von Klotz.

    Noch breiter ist die "Alte Orgelteilung", 1 Oktave zu 166,0 mm, somit Stichmaß 498 mm. Sollte Klotz doch etwas anderes mit seinen 480 mm gemeint haben?


    Bei "Wikipedia" lese ich von einer Norm DIN 8995, wonach das Stichmaß 49,56 cm betrage in Übereinstimmung mit Laukhuffs "Piano-Teilung". Bei "historischen Tasteninstrumenten" liegt das Maß bei 47,5 +/- 0,5 cm, damit sind wir wieder bei den eingangs genannten 48 mm. Bleibt noch die Frage, was in diesem Zusammenhang unter "historisch" zu verstehen sei.


    Bei unserem Klavier, 130 Jahre alt, (historisch?), haben 3 Oktaven die Breite von 502 mm, bei dieser Breite komme ich mit den Fingern gut zwischen die schwarzen Tasten, ohne an diesen hängen zu bleiben. Hinzu kommt die Elfenbein-Auflage, es war mir als Schüler eine Freude, darauf zu spielen - der Unterschied zu den Plastik-Tasten des Schulflügels war deutlich.


    Diese Klaviatur möchte ich für die geplante Orgel hernehmen, denn das Klavier hält nicht mehr die Stimmung.


    Wie sind euere Erfahrungen mit den Klaviaturen, bemerkt Ihr Unterschiede beim Spielen? Und was heißt "Verbreiterung der Hintertasten bei Fis, Gis und B" ? Ist das die von mir angeführte Sache, daß man mit den Fingern mehr Platz hat zwischen den Obertasten?


    In Erwartung Euerer geschätzten Erfahrungen verbleibe ich mit maßvollen Grüßen,

    Wolfgang.

    Aus Neugier, was wohl in dem allerersten Beitrag unseres Forums steht, fast ein Viertel Jahrhundert her, möchte ich darauf antworten, immerhin ist das Thema aktuell wie ehedem:

    Auch ich stellte bei der Restaurierung uralter Subbaß-Pfeifen fest, daß das Ausstreichen mit Leim eine gute Sache ist, vor allem, wenn mann die Wände darnach richtig glatt schleift; auf Anhieb erzielte ich einen wesentlich klareren Klang, nicht so undefiniert-dumpf.


    Freilich muß ich mir immer wieder in das Gedächtnis zurückrufen, daß die Pfeifen aus einer Orgel des Jahres 1804 "übrig" blieben, da kann es nach über 200 Jahren schon hier und da einmal wurmen...


    Viel Freude beim Bauen, Lesen, Spielen,

    Wolfgang, seit 40 Jahren mit dem Orgelbau beschäftigt.

    Reiseorgel - einmal hatten wir unser Instrument auf eine Reise mitgenommen, nach Dresden in die Hausorgel-Ausstellung anläßlich des GdO-Treffens dort an der Kreuzkirche.


    Im Gegensatz zur Leichtigkeit der Laptop-Orgel mußten wir uns von dem Schwiegersohn dessen VW-Bus ausleihen; dank der etwa gleich großen Teile: Tisch mit Windversorgung und Oberbau mit Tasten, Lade und Pfeifen bekamen wir das gerade noch so gut unter in dem Fahrzeug.


    Und dort, in dem großen Saal, tümmelten sich die unterschiedlichsten Instrumente; unser zartes Örgellein hatte akustisch kaum eine Chance, gegen die lautstarken Kolleginnen sich durchzusetzen - und doch wünschten sich viele Besucher ausgerechnet so ein kleines Instrument für ihr Wohnzimmer.


    Ich nehme an, daß Du, Jens, Deine Truhe gleichfalls ohne allzugroßem Aufwand transportieren könntest. Einfacher ist das freilich mit dem Laptop!

    Viel Vorfreude auf Sonne, Strand und Musik; mein Urlaub bestand aus einer Hausorgelbesichtigung, 3 Tage, bei einem Orgelfreund in Freising.


    Liebe Grüße aus dem regnerischen Erlangen!

    Danke, Jens, für die zusätzlichen Angaben - ich habe Deine Schaltung damals heruntergeladen. Nun hoffe ich, daß ich den Kondensator nicht benötige, sondern, wie in der Probelade geschehen, das Anschlaggeräusch allein mit Filzscheiben als Unterlage eindämmen kann.


    Interessant fände ich die umgekehrte Funktion: Beim Anzug ist der Magnet recht schwach, aber gerade dann wäre es schön, volle Kraft zu haben, um das geschlossene Ventil gegen den Winddruck aufzustemmen. Wenn es erst einmal offen, der Druckpunkt überwunden ist, benötigt man viel weniger Haltekraft. Aber genau dann ist die Magnetkraft am höchsten.


    Diesbezügliche Versuche hatte ich mit bereits gemacht auf der Lastseite, indem ich einen großen Kondensator über einen Hochlastwiderstand an eine höhere Spannungsquelle angeschlossen hatte. Nach dem Einschalten steht der Magnetspule diese höhere Spannung ganz kurz zur Verfügung, bevor sich die Spannung aufgrund des Lade-vorwiderstands auf die normale Betriebsspannung absenkt.


    Tatsächlich funktioniert das erstaunlich gut, allerdings ist der Aufwand mit dem großen Elko und dem Hochlastwiderstand recht hoch; in meinem Fall reicht auch die Anzugskraft der Magnetspule mit 3,6 Watt gerade noch so aus, um das Ventil sicher zu öffnen.


    Neugierig bin ich auch, ob das mit dem direkten Anschluß der Gabellichtschranke funktionieren wird; warum eigentlich nicht, wenn der Gate-Eingang so hochohmig sich erweist!


    Wolfgang,

    -immer aufgeladen.

    Ich habe zwei Platinen bestückt weil auf einer Europlatine mit 160x100 nicht genug Platz war. Die Größere ist die Ansteuerung der Töne c0-d', was ausschließlich für ein später gebautes Pedal zur Ansteuerung nötig ist. Diese Töne sind auch mechanisch über die Manualklaviatur anspielbar. Ich dachte mir aber, ich baue es lieber gleich mit ein wenn ich schon dabei bin. Die Kleinere Platine ist die Auswertung für 12 Reflexlichtschranken und der Ausgang geht an die Pedalwindladen links und rechts am Gehäuse. Zusätzlich kann die Pedalansteuerung auch noch mit in die Pedalwindladen einspielen, so dass C-d' elektrisch verfügbar sind.


    Hier ein Bild der Platine für die Töne c0-d'. Es sind 15 MosFET's mit meiner schon vorgestellten Schaltung für "sanftes" Abfallen der Magnete um Klopfgeräusche zu verhindern, einstellbar per Poti's:


    Treiberplatine.jpg

    Da hast Du Dir tatsächlich die Mühe gemacht, für jeden Ton Deine Schaltung für das sanfte Abstellen der Magnete anzuwenden, alles schön übersichtlich und einheitlich auf einer Platine angeordnet, Respekt!


    Den von Dir in einer früheren Beitragsreihe genannten MosFET-Typ IRLZ 24 habe ich im Internet-Handel nicht gefunden; ich suchte den Typ IRLZ 34 N heraus. Dieser ist für meine Anwendung sogar noch geeigneter, da er bis zu 16 Volt am Gate aushält. Auf diese Weise kann ich das 12 Volt-Signal am Ausgang der Lichtschranke direkt an den Eingang geben und den Transistor damit voll in die Sättigung treiben. Mit nur 35 Milliohm Durchlaßwiderstand sind die Verluste selbst bei mehreren parallel geschalteten Magneten so gering, daß ich wohl auf einen Kühlkörper verzichten kann.


    Nochmals vielen Dank für Deine Anregungen, Du hast mich überzeugt, daß MosFet besser geeignet sind als Bipolar-Typen.

    Wolfgang,

    -unersättlich!

    Wie der Vorredner bereits schrieb, sieht Dein Pedal wunderschön gearbeitet aus, lieber Jens, ich bewundere das sehr, denn bei mir schauen die Dinge immer irgendwie grobschlächtig-derb aus, wenn ich die Hölzer aneinander füge.


    Nachdem Du bereits Magnete auch an der kleinen Oktav angebracht hattest würde ich das Pedal bis auf c1 erweitern, oder wenigstens auf h0; es könnte ja einmal einer kommen, der Bachs d-Moll-Toccata spielen will...

    "Berechnungsformeln zu Kanzellenmaßen" dürften sich in Töpfers "Lehrbuch der Orgelbaukunst" finden; dort beschreibt Töpfer mit wissenschaftlicher Genauigkeit seine Untersuchungen der Strömungsverhältnisse und gibt Formeln an über Ventilmaße und Pfeifenfußdurchmesser.


    Als Ergänzung zu den im vorstehenden Beitrag genannten Ausführungen zur Gestaltung der Windladen in Hausorgeln möchte ich zwei Beispiele bringen:


    Karl Bormann läßt die Kanzellenbreiten von 19 mm im Baß auf 8 mm im Diskant verringern, die Kanzellenhöhe beträgt 30 mm.

    Das Fundamentbrett hat die Maße 1290 x 740 mm, die Ventilschlitzlänge 120 mm.


    Werner Götz liefert in der Beschreibung seiner Hausorgel die Kanzellenbreiten von 14 auf 6 mm abnehmend, die Höhe indes hier 40 mm. Sein Fundamentbrett hat die gleiche Längenausdehnung, 1290 mm, die Tiefe 600 mm, die Ventilschlitzlänge 200 mm.


    Lieber Armin, die Pfeifen eines Registers stehen üblicherweise Rücken an Rücken in zwei Reihen mit entsprechenden Verführungsschlitzen, welche in den Pfeifenstöcken eingestemmt werden; aber das wirst Du ohnehin wissen. Ein amerikanischer Orgelbaubetrieb verzichtet auf die Verführungen und baut stattdessen eine zweite Schleife für die hintere Pfeifenreihe. Das will ich auch so machen.


    Gutes Gelingen Deiner Planungen wünsche ich Dir und halte uns hier im Forum auf dem laufenden,

    Wolfgang.

    Vielen Dank für Euere Antworten; ich sehe schon, Ihr seid die wahren Spezialisten in diesen Dingen!

    Die Spannung langsam zurücknehmen, das ist freilich ein Aufwand und eine elektronische Herausforderung, der ich entgehen möchte. Tatsächlich ist das Aufschlaggeräusch des sich schließenden Ventils als leises Klopfen zu hören; ich hoffe, zumindest in der Pedallade ganz hinten unten in der Orgel wird das nicht stören.

    Bei der Manuallade im Koppelbetrieb wird das Thema sicherlich wieder aktuell werden, doch möchte ich mich jetzt damit nicht beschäftigen, denn es steht ganz richtig geschrieben: "Sorgt euch nicht um morgen, jeder Tag hat seine eigenen Sorgen".


    Euere Beitragsreihen mit den schönen Aufnahmen sehe ich mir stets mit Freude an; sie führten mit dazu, daß ich mich zu meinem wohl letzen orgelbauerischen Projekt aufgemacht habe. Wenn Euch die fertiggestellte Pedallade interessiert, werde ich ein paar Bilder hier einstellen; dank des neuen Forums geht das sehr einfach.


    Liebe Grüße, W.

    Liebe Orgelbau-Kollegen,

    neulich überließ mir ein Orgelfreund dankenswerterweise Wippmagnete, welche angeblich mit 12 Volt betrieben worden sind. Mit dieser Spannung entwickeln jene indes keine Kraft und auch der versuchsweise Betrieb mit 24 Volt brachte keine wesentliche Verstärkung.


    Der Widerstand der Spule ist erstaunlich hoch, über 400 Ohm, könnte es sein, daß diese Magnete gar mit 48 Volt betrieben worden sind? Für industrielle Anwendungen im Maschinenbau gab es früher Spannungsversorgungen mit 48 Volt für Mangetventile.

    Weiß jemand von Euch etwas darüber, ob auch im Orgelbau diese Spannung verwendet worden ist?


    Ein Orgelbau-Freund ermunterte mich, meine diesbezüglichen Versuche hier zu veröffentlichen.


    Bei Betrieb mit 24 Volt entwickelt der Kipphebel-Magnet knapp 1,5 Watt. Lädt man mit dieser Spannung über einen Vorwiderstand einen Kondensator auf, erzeugt dieser einen Einschaltimpuls, mit dem eine Ventilscheibe für eine einzelne Pfeife geöffnet werden kann. Im geöffneten Zustand reicht dann die über den Vorwiderstand auf 12 Volt abgefallene Spannung aus, das Ventil gerade noch so geöffnet zu halten.


    Zur Herstellung eines Ventiltellers sägte ich aus einem Hartholzstab D=30mm eine Scheibe ab, Breite ca. 15 mm. Mit der Handsäge bearbeitete ich diese Scheibe, daß auf der Unterseite ein schmaler Befestigungszapfen 10x10x2mm stehen blieb.

    Ventilteller unbeledert.pdf

    Ventilteller mit Filz- und Lederauflage.pdf


    Die Schwierigkeit bei der Verwendung des Kipphebelmagneten besteht darin, den Ventilteller genau plan mit der Ventilauflage unter dem Ventilloch zu justieren; freilich könnte man anstelle der abgewinkelten Tellerbefestigung die Spule mit einem Winkel befestigen, doch wollte ich mich aufgrund der mangelhaften Krafterzeugung nicht länger mit diesem Teil aufhalten.

    Kipphebelmagnet mit Ventilteller.pdf


    Ein aus China gelieferter Zugmagnet für 12 Volt entwickelt mit seinen 40 Ohm Widerstand 3,6 Watt; diese Leistung erzeugt ausreichend Kraft, um herkömmliche Ventile in Schleifladen aufzuziehen.


    Zunächst wollte ich einen Vergleich mit dem einfachen Kipphebelmagnet ziehen und befestigte entsprechend an dem Zugmagnet gleichfalls den Ventilteller mit D=30mm für einen Einzelton.

    Zugmagnet mit Ventilteller.pdf


    Diese Anordnung führte zu einem guten technischen Ergebnis, das Ventil war absolut dicht, auch wenn die Befestigung des Ventiltellers nicht absolut plan zu der Auflage war. Der starke Druck der Rückstellfeder preßte den Teller fest auf das Loch. Leider führte die starke Federspannung zu unerträglichen Klopf- und Schlaggeräuschen. Deshalb mußte ich zwei Gummiringe und eine dicke Filzscheibe zwischen Spule und Rückzugsfeder einbauen:

    Reihenfolge Zusammenbau.pdf


    Mit diesen dämfenden Ringen gelang es, die Klopfgeräusche beim Schließen auf ein akzeptables Maß zu verringern, indes blieb das klirrende Anschlaggeräusch im Inneren des Magneten beim Öffnen, wenn der Eisenstab mit voller Wucht in die Spule schießt.:

    Zugmagnet eingebaut.pdf

    Herkömmliches Ventil und Magnetventil.pdf


    Somit verwarf ich den Gedanken an eine einfache Lösung zur Herstellung eines Einzelton-Magneten und kehrte zu der ursprünglichen Vorstellung zurück, daß der Elektromagnet ein herkömmliches Schleifladen-Ventil betätigt. Da hier das Ventil als solches durch eine übliche Schenkelfeder zugehalten wird, entfernte ich aus dem Magneten die starke Rückholfeder, der Betätigungsstift hängt jetzt wie ein normaler Abzugsdraht direkt am Ende des Ventils.

    Herkömmliches Ventil mit Zugmagnet.pdf


    Jetzt bleibt nur noch das Problem des stählernen Aufschlagens in Inneren der Magnetspule bei Betätigung, beim Öffnen des Ventils.

    Pralleisten stehen im Verruf, der Mechanik zu schaden; da hier nur der äußerst kurze Weg zu dem Elektromagneten besteht, baute ich eine Leiste an das Vorsatzbrett des Ventilkastens ein, damit das Ventil ganz vorne noch vor dem Führungsstift nur etwa 5 mm aufschwingen kann. Die Hubhöhe des Magneten beträgt 10 mm, auf diese Weise wird der Betätigungsstift nie gänzlich in die Spule gezogen, das Aufschlaggeräusch verschwindet:

    Pralleiste am Vorsatzbrett.pdf


    Bei dieser Lösung möchte ich bleiben: Elektromagnet mit 3,6 Watt Dauerleistung (Einschaltdauer 100%), herkömmliches Schleifladenventil. Mit dieser Anordnung könnte man zudem mehrere Register bedienen mit üblichen Schleifen. In meinem Fall werde ich allerdings nur jeweils eine Pfeife des Subbaß-Registers anblasen.


    In der Hoffnung, das Interesse an elektrischen Trakturen zumindest für die Pedallade geweckt zu haben, verbleibe ich mit spannenden Grüßen,

    Wolfang

    -stets unter Strom.

    Es freut mich, daß es noch Mitleser gibt!

    Tatsächlich konnte ich den Magnet-Versuch erfolgreich durchführen; den ganzen Tag über 2 Sekunden an, 2 Sekunden aus - ich glaube, der China-Magnet hat damit seine Bewährungsprobe bestanden. Ich werde zu dem einen Probeexemplar weitere 60 bestellen; 28 für die Pedallade, 28 zur Koppelung an das Manual, der Rest als Reserve, sollte doch einmal einer kaputt gehen...

    Hallo, ihr beiden! - oder liest hier sonst noch jemand mit?

    Wie dem auch sei, ich hab mir jetzt einen Zugmagneten aus China kommen lassen: 3,6 Watt für 2,55 Euro, hat ausreichend Kraft, ein Ventil in der Pedallade aufzuziehen. Angeblich soll er für Dauerbetrieb ausgelegt sein, ich werde das nächste Woche mit einem Taktgeber-Relais ausprobieren, ununterbrochen ein- und ausschalten, wenn er das einen Tag lang durchhält, werde ich die Pedallade damit bestücken. Hoffentlich hält er durch, denn die Aussicht ist schon recht verlockend, die Lade ohne Abzugsdrähte, Pulpeten Wellen und Winkel zu bauen, darüber hinaus kommen dann diese Dinger auch an die Abzugsdrähte der Manuallade für eine einfache Koppelmöglichkeit.


    Liebe Grüße aus Erlangen, Wolfgang.



    Pfeifen aus dem 3-D-Drucker, unglaublich, schon allein das faszinierende Blau, Respekt!


    Hallo Peter,

    Dein "nächstes Projekt" wirft seine Schatten voraus und es freut mich, daß Du mit neuen Ideen herangehst, während ich als älterer Mensch doch eher geneigt bin, die traditionellen Wege nicht zu verlassen.


    Nur eines möchte ich abraten, Magnete selbst zu bauen. Ich sehe die Schwierigkeit nicht nur im Eisen-Material, sondern auch in der Wicklung. Aus meiner Jugendzeit erinnere ich mich an das Spulenwickeln für das Basteln von Mittelwellenradios, es war eine rechte Mühsal. Bei Elektromagneten stelle ich mir das noch viel schwieriger vor, als daß die Drahtabmessungen genau stimmen müssen: Bei Verwendung von zu dicken Drähten reicht der Platz nicht, bei sehr dünnen besteht die Gefahr des Durchbrennens.


    Da scheint mir der Billig-Import aus China vorteilhafter, auch wenn die technischen Daten nicht genau genannt werden.


    Wie dem auch sei, ich wünsche Dir und Euch allen frohes Experimentieren,

    Wolfgang,

    - immer noch mit seinem Subbaß zugegen.

    Sehr schön, Jens, danke für die Bilder;

    eigentlich wollte ich mich als Elektrotechniker in meiner Freizeit n i c h t mit Strom befassen, doch wenn ich den einfachen Aufbau der Lade hier sehe, werde ich meine Einstellung glatt überdenken...