• Eine allgemeine Frage zu Klaviaturen: Macht ihr die Untertasten gleich breit oder die Tastenschwaenze? Oder ggf. eine Mischform? Bei meinem Positiv habe ich wie von Bormann empfohlen die Tastenschwaenze gleich breit gemacht. Ich habe jetzt mal testweise einen Entwurf gemacht, bei dem die Untertasten alle gleich breit sind, was dann zu Unschoenheiten und Problemen bei den Tastenschwaenzen fuehrt.

    Was machen ueblicherweise die professionellen Orgelbauer? Ich werd ggf. demnaechst mal bei einigen Orgeln nachmessen, aber vielleicht weiss es ja hier jemand.

  • Liebe Orgelbau-Freunde!

    Endlich raffe ich mich auf, mich an der Diskussion zu beteiligen; in der aktuellen Ausgabe der Hausorgel-Zeitschrift habe ich einen Artikel verfaßt, der sich in einem kurzen Teil auch mit der Anfertigung der Tasten beschäftigt. Durch unterschiedliche Tastenbreiten gelingt es, das übliche Maß für eine Oktave von 165,2 mm einzuhalten bei gleich breiten Vorderkanten der "weißen" Tasten: 12,5 mm und 13,3 mm. Die Unterschiede sind gering, beim Spielen werden sie wohl überhaupt nicht zu bemerken sein. Ob das professionelle Orgel/Klavier-Bauer ebenso halten, weiß ich nicht; ich habe mich vor 45 Jahren bei meinem Opus 1 und 2 an unser altes Klavier gehalten und von dort die Maße abgenommen.


    Bereits vor über 20 Jahren gab es hier im Forum Beiträge zu Klaviaturmaßen, letztes Jahr griff ich das Thema wieder auf:

    Soeben habe ich die Sonntagsmesse auf einer Beckerath-Orgel aus dem Jahr 1968 gespielt und bei der Gelegenheit das Stichmaß ermittelt: 49,6 mm; mithin genau das Maß, das Laukhuff in seinem Katalog angegeben hatte: Oktavbreite 165,2 mm.


    Frohes Planen und Schaffen wünsche ich Euch allen,

    Wolfgang.


    Klaviatur Oktave.pdf

  • Hallo nochmal!


    ich kann nur von Überlegungen aus der Planungsphase meines Regals berichten, da bin ich auf ein flexibleres Stich- bzw. Oktavmaß angewiesen:

    Ich gehe davon aus, dass

    1. die Untertasten vorne alle die gleiche Breite haben sollen
    2. die Obertasten alle gleich breit sein sollen und
    3. dass die Tasten C-E symmetrisch zur Mittelachse der Taste D und die Tasten F-H symmetrisch zur Mittelachse der Taste Gis sein sollen

    Damit kann man dann rechnen, wobei es ein wenig Probieren braucht, um eine Obertastenbreite zu finden, die das Ganze harmonisch aussehen lässt:


    Die Breite der Untertasten vorne ergibt sich, wenn man die Breite von C-H durch 7 teilt. Die Breite der Untertasten hinten für C, D und E ist (3 x Breite der Untertasten minus 2 x Breite der Obertasten) geteilt durch 3; die Breite der Untertasten für F, G, A, H ist (4x Breite der Untertasten minus 3 x Breite der Obertasten) geteilt durch 4.

    Nicht berücksichtigt sind dabei die notwendigen Spalte zwischen den Tasten. In der Praxis waren bei mir die Unterschiede zwischen den Untertastenbreiten hinten so gering, dass ich sie wohl einfach auf das engere Maß schneiden und unterschiedliche Abstände zu den benachbarten Obertasten in Kauf nehmen kann.


    Viele Grüße


    Parzival